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Wie LesBiGayfriendly bist du?
Diese Frage stellen HalloWelt! und comingInn zum COD 2008 mit einer Plakataktion an Schulen in der ganzen Deutschschweiz. Schüler sollen sich ihrer eigenen Haltung gegenüber Schwulen bewusst werden.

Duschen nach dem Sportunterricht – zweifellos wird auf den Plakaten eine ganz alltägliche Schul-Situation dargestellt. Doch gemäss Untertitel ist einer der drei Protagonisten homosexuell. Für die übrigen Personen unter der Dusche ist dies hier kein Problem. Deshalb erübrigt es sich auch, zu erwähnen, wer denn nun aufs eigene Geschlecht steht. „Ob Umkleide oder Dusche – mit der Aktion soll bewusst ein heikler Punkt im Schulalltag thematisiert werden, an dem sich echte Akzeptanz zeigt“, so Ruben Ott, Präsident von HalloWelt!

Nur: Wie sieht das in der Realität aus an Schweizer Schulen? Ist es für Mädchen wirklich in Ordnung wenn eine Kollegin unter der Dusche lesbisch ist? Finden es Jungs tatsächlich ok, wenn der Banknachbar in der Garderobe schwul ist? Oder anders: Wie lesbigayfriendly sind Schweizer Schülerinnen und Schüler? Dass es mit der Akzeptanz an einigen Schulen noch nicht zum Besten steht, weiss Roland Gfeller, Co-Präsident der Jugendgruppe comingInn: “Wir haben Jungs bei uns in der Gruppe, nach deren Coming-out sich die Schulklasse geweigert hat, nach dem Sport weiterhin zu duschen.”

Nach den Herbstferien findet die Aktion an über 400 Schulen der Sekundarstufe 1 und 2 sowie Berufsschulen und vereinzelt in Jugendtreffs in der Deutschschweiz statt. Der Kontakt zu den Schulen findet über einzelne Schüler, Schülerorganisationen oder direkt über die Schulleitung statt. „Mit dieser Plakataktion leisten die Vereine einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Homophobie. Mit der Arbeit an Schule erreichen Schwulen- und Lesbenverbände, dass Toleranz und Offenheit genau dann zum Thema werden, wenn Jugendliche anfangen eine eigene Meinung zu bilden“ meint Alice Vollenweider, Politbeauftragte der USO.

Betrachterinnen und Betrachter des Plakats sollen sich Gedanken zu Ihrer Meinung zu Homo- und Bisexualität machen. So sollen auch Vorurteile und Ängste ins Bewusstsein treten und man soll überprüfen, ob diese berechtigt sind. Das Thema Homo- und Bisexualität soll auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern traktandiert werden. So haben ungeoutete Lesben und Schwule auch die Möglichkeit ihr eigenes Umfeld einzuschätzen. "Da ich Homosexualität an meiner Schule thematisiert hatte, konnte sich ein Mitschüler in der Klasse outen. Dies war ein für ihn sehr befreiender Schritt, den er sonst nicht gewagt hätte“ freut sich Ruben Ott.

Je offener sich das Umfeld gegenüber Homo- und Bisexuellen zeigt, desto leichter wird ein Coming-out für die Betroffenen. Gerade für Jugendliche ist eine tolerante Atmosphäre in der Schule sehr wichtig. Einerseits weil sich ein grosser Teil des Lebens in der Schule abspielt und man dort häufig auch das soziale Umfeld findet. Andererseits gewinnt in der Schulzeit mit der Pubertät die eigene Sexualität an Bedeutung und die Unsicherheit für junge Lesben und Schwule kann dementsprechend gross sein.

Plakate zum selber aufhängen können kostenlos unter www.hallowelt.ch bestellt werden.

Geschrieben am 10. Oktober 2008 von Roland